Anlässlich des gestrigen Zwischenfalls im Atomkraftwerk Krsko in Slowenien nahm GLOBAL 2000 vor Ort Messungen vor. Erfreulich ist, dass keine auffälligen Werte gemessen werden konnten. Solche Zwischenfälle zeigen, dass Atomkraft niemals sicher ist. Global 2000 fordert, dass die Ausbaupläne gestoppt und das AKW Krsko dauerhaft abgeschaltet wird!
Die brandaktuellen Vor-Ort-Messungen im slowenischen Krsko der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 haben keine auffälligen Messwerte ergeben. Dazu Anti-Atom-Sprecherin Silva Herrmann: "Es sieht derzeit so aus, als seien wir noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Wir werden die Entwicklungen aber weiter beobachten und fordern eine lückenlose Aufklärung über die Ursachen. Das Informationsabkommen mit Slowenien muss ebenso wie die Abläufe bei einer Atomwarnung überprüft und verbessert werden."
Slowenien plant einen Ausbau von Krsko. Mit dem Bau soll nach Regierungsplänen 2013 begonnen werden. Ursprünglich hatte sich Slowenien für den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie entschieden. GLOBAL 2000 fordert die dauerhafte Abschaltung des AKW Krsko und den Stopp aller Ausbaupläne: "Der Zwischenfall zeigt deutlich: Atomkraftwerke sind nicht sicher und bedeuten ein permanentes hohes Risiko für Umwelt und Gesundheit. Ein Ausbau der Atomkraft an dem erdbebengefährdeten Standort Krsko ist absolut unverantwortlich!"
Das AKW Krsko liegt etwa 260 Kilometer Luftlinie südlich von Wien und ist ein amerikanischer Druckwasserreaktor mit etwas mehr als 600 Megawatt (MW) elektrischer Leistung. Die Städte Klagenfurt und Graz sind nur circa 120 km von Krsko entfernt. Der Reaktor stammt aus dem Jahr 1981. In der Region ist die Bevölkerungsdichte hoch, Städte wie Ljubljana und Zagreb liegen in einem 150km Umkreis. Das Kraftwerk gehört zu je 50 Prozent den Ländern Slowenien und Kroatien. Entsprechend entfallen auch die Stromlieferungen.
Besonders kritisch für die Sicherheit: Die Anlage befindet sich in einem Erdbebengebiet. Dies wurde beim Bau ignoriert und nach Angaben eines Seismologen wurden sogar Erdbebenlinien auf den Karten der Einreichpläne zum Bau des AKW Krsko bewusst entfernt. Ein weiterer kritischer Punkt: Das AKW Krsko hat nur zwei Primärkühlmittelschleifen. Eine höhere Anzahl von Schleifen würde die Anlagensicherheit in Bezug auf Unfälle mit Kühlmittelverlust erhöhen. Andere Typen von Druckwasserreaktoren besitzen vier oder sechs unabhängige Primärkühlmittelschleifen. Schon 1994 und 2004 kam es nach Zwischenfällen zu Abschaltungen. GLOBAL 2000 fordert, dass Krsko dauerhaft abgeschaltet wird!
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Quelle: Global 2000 |