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Laufen für faire Arbeitsbedingungen

28.04.2008
Ein Zeichen für Fairness beim Vienna City Marathon 2008

Laufen für faire Arbeitsbedingungen beim Vienna City Marathon 2008

853 LäuferInnen sind beim Vienna City Marathon 2008 für faire Arbeitsbedingungen gelaufen. Sportstaatssekretär Dr. Reinhold Lopatka unterstützt die Aktion "Let’s run fair" der Clean Clothes Kampagne.

 

Tausende LäuferInnen haben beim Vienna City Marathon 42,195 km zurückgelegt. Ihre Laufschuhe haben bereits vor diesem Marathon das 1000-fache dieser Distanz hinter sich gelassen. Sportbekleidung und –schuhe werden in Asien, Lateinamerika und Afrika hergestellt, weil dort Arbeitskräfte billig sind und Gewerkschaften wenig Einfluss haben. 853 LäuferInnen unterstützten die Aktion "Let’s run fair" der Clean Clothes Kampagne und liefen mit Clean Clothes-Laufshirts und –Stickern für faire Arbeitsbedingungen in der Sportartikelindustrie.

  • Unzureichende Löhne,
  • unerreichbare Zielvorgaben in der Produktion und
  • überdurchschnittlich viele Überstunden

prägen den Arbeitsalltag der Beschäftigten in den meisten Zulieferbetrieben der großen Sportbekleidungshersteller. Nur wenige KonsumentInnen haben von dem Hong Konger Unternehmen Yue Yuen gehört, das jeden sechsten Sportschuh weltweit produziert. 300 000 MitarbeiterInnen in China, Indonesien und Vietnam stellen Schuhe für über 30 Markenunternehmen einschließlich Nike, Adidas, Reebok, Puma, Fila, ASICS, New Balance und Converse her. 2007 sind die Gewinne dieses einzigen Zulieferers auf 387 Mio. USD angestiegen und liegen damit über denen von vielen Markenfirmen.

 
Den ArbeiterInnen in diesem und tausenden anderen Zulieferbetrieben bringt das nichts. Im Laufe der Jahre haben zahlreiche Berichte von NGOs und Gewerkschaften auf Verstöße gegen die Rechte von ArbeiterInnen in Yue Yuen-Fabriken hingewiesen. Die meisten Vorwürfe betrafen unzureichende Sicherheitsstandards, Löhne unter dem gesetzlich festgeschriebenen Mindestlohn und unbezahlte Überstunden. "Ich bin todmüde. Wir arbeiten ohne Pause und haben ständig Angst, nicht schnell genug zu sein", berichtet ein Arbeiter im Interview für den neuen Report der Play Fair Kampagne, die sich für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen in der Sportbekleidungsindustrie einsetzt.

 
Sportstaatssekretär Dr. Reinhold Lopatka unterstützt die Play Fair Kampagne 2008. "Sport darf nicht auf dem Rücken von Arbeiterinnen und Arbeitern ausgetragen werden. Da ich der Überzeugung bin, dass Österreich Vorreiter sein muss, was die Förderung von fairen und ökologischen Produktionsbedingungen auf der ganzen Welt angeht, unterstütze ich Play Fair 2008!", erklärte er bei einem Fototermin mit Clean Clothes – LäuferInnen am 25. April.

 
"Unfaire Arbeitsbedingungen müssen endlich auf der Strecke bleiben und fair produzierte Sportbekleidung muss zur Selbstverständlichkeit werden", fordert Michaela Königshofer, Koordinatorin der Clean Clothes Kampagne.

 

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Quelle: Clean Clothes

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