Rund 90.000 Wildtiere, davon 34.045 Hasen kamen im Vorjahr unter die Räder. Der VCÖ fordert mehr Schutz für den Lebensraum der Wildtiere.
Der Straßenverkehr hinterlässt im Tierreich eine Blutspur. Allein im Vorjahr sind 34.045 Hasen und Kaninchen von Lkw und Pkw erlegt worden, betont der VCÖ. In Summe sind rund 90.000 Wildtiere unter die Räder gekommen. Durch den Bau neuer Straßen wird der Lebensraum der Tiere zerschnitten, auch Vögel sind davon betroffen. Der VCÖ fordert mehr Schutz für den Lebensraum der Tiere.
Rund um Ostern sind Hasen viel unterwegs, sehr zur Freude von Kindern. "Hasen sind jetzt oft zu sehen, denn sie sind nach der Winterzeit besonders aktiv. Sie gehen auf Nahrungssuche und es ist Paarungszeit. Doch die Idylle wird viel zu oft von Lkw und Autos zerstört. Allein im Vorjahr fielen mehr als 34.000 Hasen und Kaninchen dem Straßenverkehr zum Opfer", berichtet VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Der VCÖ weist darauf hin, dass Niederösterreich für Hasen das gefährlichste Pflaster ist: 18.552 hoppelnde Vierbeiner kamen unter die Räder. Eine hohe Opferzahl weisen auch Oberösterreich (6.545), Burgenland (4.014) und die Steiermark (3.709) auf.
Der Straßenverkehr ist nicht nur für Meister Lampe sehr gefährlich. Im Vorjahr sind in Österreich insgesamt rund 90.000 Wildtiere von Autos und Lkw erlegt worden. "Am häufigsten fallen neben den Hasen Rehe und Fasane dem Straßenverkehr zum Opfer", verweist VCÖ-Sprecher Gratzer auf die Jagdstatistik. 36.251 Rehe und 11.817 Fasane scheinen in der blutigen Opferbilanz auf.
Der VCÖ macht darauf aufmerksam, dass der Lebensraum der Tiere immer stärker von Straßen zerschnitten wird. Seit dem Jahr 1991 haben die Verkehrsflächen in Österreich um rund 330 Quadratkilometer zugenommen. "Im Durchschnitt wird jeden Tag eine Fläche von 12 Fußballfeldern verbaut", verdeutlicht VCÖ-Sprecher Gratzer. Der 20 Quadratkilometer große Aktionsraum eines Feldhasen wird von mehr als 60 Kilometer Straßen durchschnitten.
Neben den am Boden lebenden Wildtieren leiden auch Vögel unter dem Lkw- und Autoverkehr. Greifvögel überfliegen keine stark befahrenen Straßen. Singvögel geben infolge von dauerhaftem Verkehrslärm weniger Töne von sich. Die Siedlungsdichte vieler Waldvogelarten ist entlang von stark befahrenen Straßen empfindlich verringert. Der VCÖ betont, dass sich bei Straßen mit täglich rund 60.000 Fahrzeugen die Störungszone auf bis zu 2,8 Kilometer erstreckt.
Der VCÖ fordert mehr Schutz für den Lebensraum von Wildtieren. "Den Bau vieler Straßen könnte man sich mit einer besseren Raumplanung und einer besseren Steuerung des Verkehrs ersparen . Jede neue Autobahn tritt nicht nur eine Transitlawine los, sondern zerstört auch den Lebensraum vieler Tiere", hofft VCÖ-Sprecher Gratzer für die Zukunft auf einen sorgsameren Umgang mit der Natur.
Niederösterreichs Straßen sind für Hasen am gefährlichsten (Zahl der Hasen und Kaninchen, die im Jahr 2007 unter die Räder kamen)
- Österreich: 34.045
- Niederösterreich: 18.552
- Oberösterreich: 6.545
- Burgenland: 4.014
- Steiermark: 3.709
- Salzburg: 682
- Kärnten: 530
- Wien: 75
- Vorarlberg: 18
- Tirol: 4
Die meisten Opfer unter den Wildtieren sind Rehe und Hase
- Rehwild: 36.251
- Hasen: 33.848
- Fasane: 11.817
- Füchse: 2.262
- Marder: 1.544
- Dachse: 1.198
- Rebhühner: 840
- Rotwild: 606
Quelle: Jagdstatistik, VCÖ |