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Fangverbot für Granatbarsch

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5.12.2007
Australien und Neuseeland ziehen Notbremse für bedrohte Tiefseefische!



120 Jahre Lebenserwartung: Vielleicht älter als die eigenen Großeltern?

Letzte Chance für den Granatbarsch: Die Fischereiminister von Neuseeland und Australien verhängen für diese Tiefseefischart ein komplettes Fangverbot. Damit verschwindet ein Fisch aus dem Verkauf, der über 120 Jahre sein kann, wenn er auf den Tellern landet!

 

Es ist in der Fischereipolitik weltweit eine ungewöhnliche Maßnahme, obwohl es das einzig Richtige ist: Die Regierungen Neuseelands und Australiens haben die Granatbarsch-Fischerei auf der Hohen See südlich von Tasmanien auf unbestimmte Zeit verboten. Der Grund für diese Notbrems: Die Bestände dieses Tiefseefisches (engl. Orange Roughy) sind kollabiert. Jim Anderton, Fischereiminister von Neuseeland, erklärt, dass die neuseeländische und australische Fischindustrie in weniger als 20 Jahren die Fischart so überfischt habe, dass das Fortbestehen bedroht sei.

Wieder einmal wird deutlich, dass eine verfehlte Fischereipolitik ganze Fischarten gefährden kann  und - wieder einmal - wurden Fangquoten über lange Zeit ohne wissenschaftliche Grundkenntnis festgelegt. Bis es fast zu spät ist. Nun ziehen die neuseeländische und die australische Regierung quasi in voller Fahrt die Notbremse.

Granatbarsche werden bis zu 120 Jahre alt, die Geschlechtsreife erlangen sie  erst mit 18 Jahren! Wie für alle Tiefseefische typisch handelt es sich also um eine Fischart, die sich sehr langsam vermehrt. Oft werden mit einem einzigen Fang ganze Generationen abgefischt - mit verheerenden Folgen für den Bestand. Der Lebensraum der Granatbarsche sind vor allem die Tiefseeberge der Tasmanischen See. Dieses empfindliche Ökosystem braucht dringend Schutz, denn die Grundschleppnetz-Fischerei, die alles am Boden zerstört, setzt auch den hier wachsenden sensiblen Tiefkorallen zu.

Gefischt wird Granatbarsch für die Märkte in Japan, den USA und Australien: "Ein Filet vom Feinsten! Ganze gewachsene Filets aus sehr feinem, hellen, saftigen Fleisch - Gefangen im pazifischen Ozean vor Neuseeland!" wirbt eine Internetseite auch auf deutsch. Doch Granatbrasche finden sich bei uns glücklicherweise selten im Verkauf. Dafür finden sich aber andere ähnlich empfindliche Tiefseearten aus der gleichen Region in fast jeder Tiefkühltheke: Hoki und Neuseeländischer St. Petersfisch.

 

Wir sind somit für den Ruin anderer Fischarten mitverantwortlich. Leider werden nur selten Fangverbote ausgesprochen - und gehandelt wird erst wenn es fast zu spät ist. Der Granatbarsch hat jedenfalls Glück: Er bekommt jetzt eine letzte Chance auf Erholung!

 

Was du tun kannst:

  • Orientiere dich am Fisch-Einkaufsratgeber von Greenpeace und kaufe nur Fischarten, die "akzeptabel" eingestuft sind.
  • Fischprodukte in der marktcheck.at Datenbank
  • Weitere Tipps zum Fischkauf

 

Mehr Infos:

 

Quelle: Greenpeace

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