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Neuwagen sind Spritschlucker

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13.09.2007
Österreichs Neuwagenflotte verbraucht zu viel Sprit


VCÖ fordert Ökologisierung der Kfz-Steuern und strengere Vorgaben für Autoindustrie.

 

Die Versäumnisse der Autoindustrie beim Klimaschutz kommen Österreichs Autofahrer sehr teuer. Der VCÖ weist darauf hin, dass Österreichs Neuwagenflotte im Vorjahr rund 321 Millionen Liter Sprit verbraucht hat. Wird der geforderte CO2-Grenzwert von 120 Gramm pro Kilometer umgesetzt, sinkt der Verbrauch um 84 Millionen Liter pro Jahr. Jede/r AutofahrerIn würde sich damit jährlich 300 Euro an Spritkosten ersparen. Der VCÖ fordert eine Ökologisierung der Kfz-Steuern und strengere CO2-Vorgaben für die Autoindustrie.

 

"Die Autohersteller sind beim Klimaschutz im Schneckentempo unterwegs. Die Internationale Automobilmesse IAA in Frankfurt präsentiert sich zwar im sauberen Klimaschutz-Mäntelchen und versucht damit Versäumnisse zu verbergen. Tatsache ist, dass die Neuwagen zu viel Sprit verbrauchen. Und das schadet der Umwelt und den Autofahrern", stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen zur IAA in Frankfurt fest, die am Donnerstag für das Publikum ihre Türen öffnet.

 

Der VCÖ weist darauf hin, dass alleine den Österreichischen NeuwagenkäuferInnen des Vorjahres die Versäumnisse der Autohersteller rund 93 Millionen Euro pro Jahr kosten. Im Vorjahr wurden in Österreich  308.594 neue Pkw gekauft. Der Durchschnittsverbrauch von Österreichs Neuwagenflotte beträgt 6,5 Liter pro 100 Kilometer. Bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von 16.000 Kilometer pro Jahr verbraucht die Neuwagenflotte 321 Millionen Liter Sprit.

 

Die auf EU-Ebene diskutierte Vorgabe für die Autohersteller von 120 Gramm CO2 pro Kilometer verringert den Durchschnittsverbrauch auf 4,8 Liter pro 100 Kilometer. "Für Österreichs Neuwagenkäufer heißt dies, dass der Verbrauch um mindestens 84 Millionen Liter pro Jahr sinkt. Bei derzeitigen Spritpreisen würde sich jede/r AutofahrerIn im pro Jahr 300 Euro an Spritkosten ersparen", macht VCÖ-Expertin Rasmussen aufmerksam. Die CO2-Emissionen können damit um 211.000 Tonnen pro Jahr verringert werden.

 

Dass 120 Gramm pro Kilometer realistisch sind, zeigen bereits rund 50 Automodelle. "Einige Autohersteller nehmen Klimaschutz ernst und haben erkannt, dass die Nachfrage nach sparsameren Modellen stark steigen wird", weist VCÖ-Expertin Rasmussen auf die steigenden  Ölpreise hin. Dank des schwachen Dollars spürt Europa derzeit wenig von den Rekordpreisen. Steigt der Dollar, dann werden die Spritpreise auch in Österreich in die Höhe schießen. Der VCÖ empfiehlt AutokäuferInnen daher sparsame und klimafreundliche Modelle.

 

Der VCÖ kritisiert das derzeitige Steuersystem in Österreich. "Es fehlen die Anreize für ein klimafreundlicheres Mobilitätsverhalten. Dazu gehört auch eine Ökologisierung der Kfz-Steuern. Spritfresser müssen höher besteuert werde", so VCÖ-Expertin Rasmussen. Zudem fordert der VCÖ, dass auf EU-Ebene mit dem Jahr 2012 verpflichtend 120 Gramm pro Kilometer eingeführt wird. Bis zum Jahr 2020 soll der CO2-Grenzwert auf 80 Gramm pro Kilometer sinken. 80 Gramm bedeuten einen Durchschnittsverbrauch von 3,2 Liter. "Das viel diskutierte 3 Liter Auto wäre dann der Standard", so VCÖ-Expertin Rasmussen.

 

Weitere Infos:

 

Quelle: VCÖ

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