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Chemikalien in Textilien


Textilien, unsere zweite Haut. Kaum etwas ist uns so nahe wie unsere Kleidung. Sie soll uns vor Kälte schützen, vor zuviel Sonne bewahren und das eine oder andere Pölsterchen kaschieren. Um diese Funktionen zu erfüllen, werden unterschiedliche Materialien aus der Natur oder dem Labor eingesetzt. Nicht nur in Hightech-Materialien wie z.b. Funktionsbekleidung steckt Chemie, sondern auch Textilien aus 100% Baumwolle oder Wolle sind nicht immer frei von Chemikalien.

 

Erfolgt bereits Baumwollanbau mit chemischen Waffen, auch die weitere Textilproduktion setzt auf Chemie um die die Stoffe bunt und nahezu bügelfrei zu gestalten. Im Durchschnitt fließen zwar 90% der eingesetzten Chemikalien und Textilhilfsmittel wieder ins Abwasser. Trotzdem finden sich immer wieder Rückstände, wie Greenpeace immer wieder in Untersuchungen und auch die Zeitschrift Ökotest bei einem T-Shirt Test im August 2007 feststellen konnte.


Weltweit werden ca.

  • 2 Mio. Tonnen Textilhilfsmittel,
  • 2 Mio. Tonnen Chemikalien (Säuren, Laugen, Salze) und ca.
  • 250.000 t Farbstoffe verbraucht.

Auch Garne, Stoffe und die fertigen Kleidungsstücke werden chemisch behandelt. Insgesamt kommen 6.700 verschiedene Textil- und Veredelungsmixturen zum Einsatz, damit Kleidungsstücke besonders weich, schön glänzend oder bügelfrei sind. Dazu werden noch 4.000 verschiedene Farbstoffe eingesetzt*.

 

Beim Kauf von Textilien kann die KonsumentIn im Normalfall nicht erkennen, welche Umweltbelastungen und welche Schadstoffe mit den modischen Stücken gekauft werden und schließlich die Gesundheit der KonsumentIn beeinflussen. Auf dem Etikett steht lediglich "100 Prozent Bauwolle", obwohl es in Wirklichkeit heißen müsste: "73% Baumwolle, 2% Polyacryl, 8% Farbstoffe, 14% Harnstoff-Formaldehydharz, 3% Weichmacher, 0,3% optische Aufheller"- für Betroffene von Textilallergien wären diese Informationen Gold wert, doch die laxen Deklarationsvorschriften schreiben das nicht vor.

 

Am Arbeitsplatz vergiftet
Bereits die Arbeitsbedingungen der ArbeiterInnen auf den Baumwollfeldern sind extrem gesundheitsschädlich. Falsch angewendete Pestizide durch Analphabetismus und mangelnde Schutzkleidung führen zu schweren Vergiftungen und oft zum Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vergiften sich jedes Jahr 300.000 bis 500.000 Menschen mit Baumwollpestiziden, mindestens 20.000 sterben dabei.

 
Die Weiterverarbeitung erfolgt unter gesundheitsschädlichen Bedingungen da es in den produzierenden Ländern oft an Arbeitssicherheitsmaßnahmen mangelt. So können das Einatmen der Baumwollfasern zu Lungenproblemen und der Kontakt mit Textilchemikalien zu Vergiftungen führen. 

 

*Fessel-GfK Institut für Marktforschung

 

Quelle: "die umweltberatung", Textil-Fibel des deutschen Greenpeace Magazin

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