WWF appelliert: Nur Stör-Kaviar mit CITES-Kennzeichen garantiert schonende Nutzung der gefährdeten Fischart
Nachdem im Vorjahr der Export von Kaviar verboten war dürfen heuer wieder beinahe 90 Tonnen der Fischeier wild gefangener Störe aus dem Kaspischen Meer legal exportiert werden. Die 2006 geltende Ausfuhrsperre für Stör-Kaviar aus wichtigen Produktionsländern wurde damit beendet. Da die Störbestände weltweit jedoch nach wie vor abnehmen, ist der Handel durch das Artenschutzabkommen CITES international geregelt und die Quote auch für 2007 eng bemessen. Das sinkende Angebot lässt die Preise steigen und den Schwarzmarkt für die begehrte Delikatesse auch in Österreich boomen. Legal gehandelter Kaviar ist durch eine CITES-Etikette auf der Verpackung gekennzeichnet. "Es ist dringend notwendig, dass KonsumentInnen auf dieses Label achten. Werden die erlaubten Quoten überschritten, droht dem urtümlichen Fisch bald das völlige Aus!", warnt die WWF-Artenschutzexpertin Jutta Jahrl.
Das "Schwarze Gold" gehört mit Preisen bis zu 600 Euro für 100 Gramm zu den teuersten Delikatessen der Welt. Das durch die immer weiter rückläufigen Bestände der Störe sinkende Angebot lässt die Preise steigen und den Schwarzmarkt boomen: Zwischen 2000 und 2005 wurden in der EU und in der Schweiz zusammen über 13 Tonnen illegal gehandelter Kaviar beschlagnahmt. In Österreich stellten die Behörden im Jahr 2003 in einem einzigen Fall insgesamt 100 Kilo Stör-Kaviar sicher.
"Ein Großteil des in Österreich angebotenen Stör-Kaviars wird immer noch ohne CITES-Etiketten - also illegal - verkauft!", erklärt Jahrl. Der WWF rät KonsumentInnen deshalb dringend, beim Kauf auf das seit 2006 geltende EU-Label zu achten: Ein Zahlen- und Buchstabencode auf der Kaviardose gibt Aufschluss über die Herkunft und Legalität des Produktes. Stör-Kaviar darf in der EU nur gehandelt werden, wenn die Verpackung ein offizielles CITES-Kennzeichen trägt. Details zu den Kennzeichnungsbestimmungen kannst du im Factsheet am Ende der Seite nachlesen und downloaden.
"Es muss nicht immer Kaviar sein", heißt es im berühmten Simmel-Roman aus den 1960er Jahren. Doch gerade in der Ballsaison wird er nun wieder vermehrt gereicht: Kaviar, die unbefruchteten Eier oder Rogen, die aus den Eierstöcken der weiblichen Fische entnommen werden, zählen zu den beliebtesten Delikatessen weltweit. Was die wenigsten Feinschmecker wissen: Die große Nachfrage nach Kaviar hat dazu geführt, dass bereits 25 der 27 weltweit verbreiteten Störarten auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen und zwei Störarten direkt vom Aussterben bedroht sind.
Die größte Bedrohung für die Störbestände ist das Geschäft mit dem Kaviar. Da die legale Fischerei die große Nachfrage nicht decken kann, floriert der illegale Handel. Das weitere Schicksal der Störe liegt also in den Händen kritischer KonsumentInnen: Denn nur eine legale und nachhaltige Nutzung kann sicher stellen, dass die urtümlichen Fische, die mit einer Stammesgeschichte von 250 Millionen Jahren zu den ältesten Wirbeltieren unseres Planeten zählen, nicht in wenigen Jahrzehnten ausgestorben sind.
Was du tun kannst:
- Auch wenn Kaviar jetzt wieder legal erhältlich ist sollten bewusste KonsumentInnen auf den Konsum von Kaviarprodukten verzichten.
- Informationen zu anderen Fischarten findest du im Greenpeace Fisch-Einkaufsratgeber.
Weitere Informationen:
Quelle: WWF |