Home

>Ernährung >Obst + Gemüse >Bananen >Unterschiede der Gütesiegel

Unterschiede der Gütesiegel

Durchblick in Bananen-Gütesiegel


Neben dem FAIRTRADE Gütesiegel wurden im Oktober 2005 erstmals Chiquita Bananen mit dem Gütesiegel der Rainforest-Alliance in den Handel gebracht. Wie vertrauenswürdig ist welches Siegel und wie unterscheiden sie sich?

 

Rainforest Alliance   
Das deklarierte Ziel der Rainforest Alliance ist es, "das Ökosystem und die Menschen und Tiere, die darin leben, zu schützen, und zwar durch die Implementierung verbesserter Bewirtschaftungssysteme zur Erhaltung der Artenvielfalt und Nachhaltigkeit". Die Rainforest-Alliance-Zertifizierung gibt es für Kaffee, Kakao, Bananen, Zitrusfrüchte, Blumen und Grünpflanzen. Außerdem bietet die Allianz auch das SmartWood-Programm für die Forstwirtschaft an.
Die Bezeichnung "Rainforest Alliance Certified and Sustainable" ("RF zertifiziert und nachhaltig") findet sich auf einer Reihe von Produkten im Lebensmittelhandel und in der Gastronomie. Das Zertifizierungssymbol ist ein grüner Frosch.

 

Warum die Alliance nicht dasselbe ist wie FAIRTRADE

  • Die Rainforest-Alliance-Standards zielen vor allem auf die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft ab und nicht primär auf die Verbesserung der Handelsbedingungen durch andere Unterstützungen für ProduzentInnen, wie z.B. durch die Vorfinanzierung von Bestellungen, wie das bei FAIRTRADE der Fall ist.
  • Es gibt für die Produzentenorganisationen weder einen vereinbarten Mindestpreis noch Prämienzahlungen, die zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den lokalen Gemeinschaften oder der betriebswirtschaftlichen Effizienz verwendet werden könnten. Es wird lediglich erwartet, dass die Beteiligung an dem Zertifizierungs-Programm es ermöglicht, auf dem freien Markt bessere Preise zu erzielen.
  • Was die Löhne betrifft, so fordern die Rainforest-Alliance-Standards lediglich die Bezahlung der nationalen Mindestlöhne und sprechen nicht von existenzsichernden Löhnen, die es den ArbeiternInnen ermöglichen, ein einigermaßen menschwürdiges Leben zu führen. Die im Rahmen des FAIRTRADE-Systems zertifizierten ProduzentenInnen müssen hingegen nachweisen, dass die Löhne für die von ihnen beschäftigen ArbeiterInnen diesem Ziel jedes Jahr einen Schritt näher kommen.
  • Ein Produkt kann das Rainforest Alliance Siegel führen, wenn 30 Prozent der Inhaltsstoffe von zertifizierten bäuerlichen Betrieben stammen. Für FAIRTRADE gelten 100 Prozent!
  • Die Rainforest Alliance Zertifizierung steht Großplantagen und kleinbäuerlichen Betrieben offen, aber es gelten für alle die gleichen Kriterien, und es wird kein Unterschied gemacht, um die Interessen der kleineren Mitspieler zu wahren.

 

Was Außenstehende zu RA zu sagen haben

In ihrer Ausgabe vom Jänner 2005 bringt die Zeitschrift Ethical Corporation Magazin einen Vergleich zwischen den Zertifizierungsprogrammen von Fairtrade und der Rainforest Alliance und kommt dabei zum Schluss, dass die KaffeeproduzentInnen bei RA 21% weniger für ihre Anbauprodukte bekamen als bei Faitrade. In dem Artikel wird Alex Nicholls, Professor für Soziales Unternehmertum an der Universität Oxford, mit der Aussage zitiert, dass das RA-Siegel für Unternehmen, die an einem "kurzlebigen spektakulären PR-Effekt" interessiert sind, einen billigen Ausweg darstellt.

  • Den Artikel im Original kannst du am Ende der Seite downloaden (englisch).
  • Das schreibt die englische Zeitung "Guardian" im November 2004:  Who is the fairest of them all? (englisch)

 

Quelle: FAIRTRADE

Download (englisch)

2005_Artikel_Ethical_Corporation.pdf
Zum Betrachten benötigst du den Adobe Reader.
   157 K
© Greenpeace 2010[Impressum][Datenschutz]

Schnellsuche:



Username:

Passwort:


News Ernährung
> 01.09.2010
> 31.08.2010
> 19.08.2010