Der VCÖ fordert nach der katastrophalen Unfallbilanz zu Pfingsten rasche Konsequenzen. Der VCÖ warnt, dass Österreich heuer ein dramatischer Anstieg der Zahl der Verkehrstoten droht, derzeit gibt es bereits um 25 Prozent mehr Todesopfer als zur gleichen Zeit des Vorjahrs. Der VCÖ fordert die rasche Umsetzung eines Verkehrssicherheitspakets, das unter anderem Tempo 80 auf Freilandstraßen, die Erweiterung des Punkteführerscheins und mehr Öffentliche Verkehrsmittel, vor allem mehr Discobusse enthält.
20 Menschen kamen heuer im Pfingstverkehr ums Leben. Der VCÖ weist darauf hin, dass es seit dem Jahr 1990 nur 1995 mehr Todesopfer gab. Eine VCÖ-Untersuchung zeigt, dass im Zeitraum 2000 bis 2006 im Pfingstverkehr 68 Verkehrstote zu beklagen waren, also im Durchschnitt zehn pro Pfingstwochenende. "Das schöne Wetter gibt ein trügerisches Sicherheitsgefühl. Viele fahren dann zu schnell. Damit die Verkehrssicherheit auch bei Sonnenschein hoch ist, braucht es niedrigere Tempolimits", stellt VCÖ-Experte DI Martin Blum fest.
Der VCÖ weist darauf hin, dass heuer insgesamt die Zahl der Verkehrstoten um rund 25 Prozent höher ist als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Das Verkehrssicherheitsziel für heuer lautet aber weniger als 621 Verkehrstote, das sind minus 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr "Ohne rasche Maßnahmen wird dieses Ziel weit verfehlt. Wenn bei der Verkehrssicherheit Ziele verfehlt werden, dann bezahlen Menschen dafür mit ihrem Leben", verdeutlicht VCÖ-Experte Blum.
Rund 40 Prozent der tödlichen Unfälle werden durch zu hohes Tempo verursacht. "Schnellfahren gilt in Österreich als Kavaliersdelikt. Ich erwarte mir, dass nach diesem Horrorwochenende im Interesse der Sicherheit der AutofahrerInnen auch die Autoklubs grünes Licht für niedrigere Tempolimits geben", betont VCÖ-Experte Blum.
Der VCÖ fordert Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen, wie es in der Schweiz, Norwegen und fünf EU-Ländern gilt. Zudem sollen Tempodelikte in das Vormerksystem aufgenommen werden. "Für die Sicherheit der Jugendlichen braucht es mehr Discobusse und generell mehr Öffentliche Verkehrsverbindungen. Dass in der Schweiz um 50 Prozent weniger tödliche Unfälle passieren als in Österreich, liegt auch am dichten Bahnnetz", so VCÖ-Experte Blum.
Um die Verkehrssicherheit für MotorradfahrerInnen zu erhöhen, fordert der VCÖ ein rasches Ende der Pflicht zu "Licht am Tag".
VCÖ: Höchste Opferzahl seit dem Jahr 1995! Jahr 2007: 20 Verkehrstote Jahr 2006: 7 Verkehrstote Jahr 2005: 9 Verkehrstote Jahr 2004: 16 Verkehrstote Jahr 2003: 7 Verkehrstote Jahr 2002: 9 Verkehrstote Jahr 2001: 6 Verkehrstote Jahr 2000: 14 Verkehrstote Jahr 1999: 12 Verkehrstote Jahr 1998: 14 Verkehrstote Jahr 1997: 19 Verkehrstote Jahr 1996: 5 Verkehrstote Jahr 1995: 24 Verkehrstote Jahr 1994: 13 Verkehrstote Jahr 1993: 18 Verkehrstote Jahr 1992: 12 Verkehrstote Jahr 1991: 18 Verkehrstote Jahr 1990: 17 Verkehrstote
Quelle: Statistik Austria, VCÖ
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