>Neues bei Mode >Puma: Rekordgewinne mit Hungerlöhnen


Puma: Rekordgewinne mit Hungerlöhnen

Trotz Rekordgewinnen lässt Puma in Ländern wie El Salvador Kleidung unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen herstellen. Arbeitsrechte werden massiv verletzt – so die Kritik der Clean Clothes Kampagne (CCK) anlässlich der diesjährigen Hauptversammlung der Puma AG.


"Eine Näherin in El Salvador oder Indonesien, die Vollzeit für Puma arbeitet, muss ihre Kinder hungrig ins Bett schicken, da die 157,75 US-Dollar in El Salvador nicht einmal für den Grundbedarf an Lebensmitteln ausreichen", erklärt Michaela Königshofer, Koordinatorin der CCK. Dieser geringe Lohn zwingt die ArbeiterInnen, auf Pausen zu verzichten und Überstunden zu arbeiten, um über Zuschläge und Bonusleistungen ihren mageren Lohn aufzustocken. Das hat schwere gesundheitsschädliche Folgen: Bereits mit 35 Jahren können die vorwiegend weiblichen Beschäftigten diesen körperlichen Anstrengungen nicht mehr standhalten. Sie verlassen "freiwillig" die Fabrik oder werden entlassen.


Während die realen Lohnzahlungen in den Zulieferbetrieben stetig sinken, explodieren die Zahlungen an den Vorstandschef Jochen Zeitz und dessen Stellvertreter Martin Gänsler. Pro Tag erhielt Zeitz im Jahr 2006 umgerechnet 32.534 Euro nur aus Aktienoptionen. Für die Umsetzung von Arbeitsrechten in den weltweiten Zulieferfabriken fehlt jedoch das Geld.


So erklärte Puma im November 2006 das finanzielle Aus für ein gemeinsames Pilotprojekt mit der CCK. In dem Projekt sollten die Arbeitsbedingungen bei direkten und indirekten Puma-Lieferanten überprüft werden. Besondere Beachtung fanden dabei frauenspezifische Themen und die direkte Beteiligung lokaler Organisationen.


Die nötigen Mehrkosten für eine Projektverlängerung um ein halbes Jahr lag weit unter dem "Tagesverdienst" des Vorstandsvorsitzenden Zeitz. Zudem stieg der Umsatz des Konzerns im WM-Jahr um 33 Prozent. "Trotz des wirtschaftlich erfolgreichen Jahrs war Puma nicht bereit mehr in den Schutz von Arbeitsrechten zu investieren. Sportartikelkonzerne wie Puma tragen Verantwortung für die ArbeiterInnen in ihren Zulieferbetrieben. Auch sie haben wie Herr Zeitz das Recht auf ein menschwürdiges Leben", kritisiert Michaela Königshofer die Firmenpolitik von Puma.

 

Mehr zum Thema:

 

Quelle: Clean Clothes Kampagne

© Greenpeace