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Gentechnik-Unterschriftenlisten übergeben

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5.02.2007
Strengere Kennzeichnung gewünscht!


Eine Million Europäer­Innen, davon rund 100.000 Österreicher­ Innen, wünschen eine strengere Gentechnik-Kennzeichnung. Ihre Unterschriften hat Greenpeace heute der EU-Kommision übergeben.

 

Greenpeace hat heute eine Million Unterschriften für eine strengere Gentechnik-Kennzeichnung in der EU an Gesundheitskommissar Makros Kyprianou übergeben. Begleitet wird die Übergabe von einer fünfhundert Meter langen Papierschlange, die aus den Unterschriftenlisten gefertigt wurde. "Wir fordern gemeinsam mit über einer Million EU-Bürgern, dass Fleisch, Milch und Eier von Tieren, die mit Gentech-Tierfutter gefüttert wurden, in Zukunft entsprechend gekennzeichnet werden müssen", sagt Steffen Nichtenberger, Gentechnik-Sprecher von Greenpeace.

 

Derzeit existiert eine Lücke in der EU-Gentechnik-Kennzeichnung: Gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel müssen gekennzeichnet sein. Produkte von Tieren, so etwa Fleisch, Milch oder Eier, die beispielsweise mit gentechnisch verändertem Mais oder Soja gefüttert wurden, fallen nicht unter die Kennzeichnungspflicht. EU-weit landen jedes Jahr bis zu zwanzig Millionen Tonnen Gentech-Pflanzen im Futtertrog. In Österreich werden im Jahresdurchschnitt 600.000 Tonnen gentechnikhältige Soja an Tiere verfüttert. Im Rahmen einer Umfrage haben sich neunzig Prozent der ÖsterreicherInnen gegen Gentechnik im Tierfutter ausgesprochen.

 

Den KonsumentInnen bietet sich keine Möglichkeit zu erkennen, ob bei der Herstellung des Schnitzels, der Milch oder des Frühstückseies Gentechnik im Spiel war. Das muss sich schleunigst ändern, denn die Menschen haben ein Recht zu erfahren, was ihr Essen gegessen hat.

 

Mit Unterstützung von MarktaktivistInnen und KonsumentInnen hat Greenpeace Unterschriften zwischen Mai 2005 und Dezember 2006 in insgesamt 21 EU-Staaten gesammelt. Allein in Österreich haben 94.024 Personen den Gentechnik-Protest unterzeichnet. EU-weit waren es über eine Million Menschen. Greenpeace bezieht sich auf Artikel I-47(4) des EU-Verfassungsvorschlags, der EU-Bürgern das Recht auf Teilnahme an politischen Entscheidungsprozessen ermöglicht:

 

‚Unionsbürgerinnen und Unionsbürger, deren Anzahl mindestens eine Million betragen und bei denen es sich um Staatsangehörige einer erheblichen Anzahl von Mitgliedstaaten handeln muss, können die Initiative ergreifen und die Kommission auffordern, im Rahmen ihrer Befugnisse geeignete Vorschläge zu Themen zu unterbreiten, zu denen es nach Ansicht jener Bürgerinnen und Bürger eines Rechtsakts der Union bedarf, um die Verfassung umzusetzen.’ Derzeit wird von der deutschen Präsidentschaft versucht, die EU-Verfassung wiederzubeleben.

 

Fast 95 Prozent der EuropäerInnen wollen selbst entscheiden können, ob sie Genfood essen oder nicht. Jetzt hat eine Million EU-Bürger dieses Anliegen noch einmal bekräftigt. Wir fordern EU-Kommissar Marcos Kyprianou auf, dieser Forderung nachzukommen und dafür zu sorgen, dass tierische Produkte aus Gentech-Fütterung in Zukunft gekennzeichnet werden müssen.

 

Mehr Informationen:

 

Quelle: Greenpeace

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