Immer mehr österreichische Supermärkte erkennen die Notwendigkeit die bedrohten Meere zu schützen und listen Produkte aus. Greenpeace freut sich über den nächsten Erfolg: Hai-Produkte sind endlich aus österreichischen Supermärkten verschwunden. Spar, Rewe (Billa, Merkur, Penny) und Metro jedoch nach wie vor säumig bei nachhaltigem Fischeinkauf.
In Österreichs Super- und Großmärkten werden keine Hai-Produkte mehr angeboten. Nachdem Greenpeace Ende Mai den Bericht "Ausverkauf der Meere Bedrohter Fisch in Österreichs Supermärkten" veröffentlicht hatte, entschlossen sich nun sechs österreichische Handelsketten, Hai-Produkte aus ihrem Sortiment auszulisten. "Da zahlreiche Haiarten auf der Roten Liste bedrohter Arten stehen, war die Auslistung dieses einzigartigen Raubfisches aus dem Lebensmittelangebot längst überfällig", so Greenpeace-Meeresexpertin Nina Thüllen.
Nach Gesprächen mit Greenpeace entschlossen sich zahlreiche Unternehmen, zukünftig auf bestimmte Fischarten zu verzichten und ihre Fischeinkaufspolitik nachhaltig auszurichten. Aber es gibt auch Ausnahmen. "Zwar haben Spar, Rewe (Billa, Merkur, Penny) und Metro Hai-Produkte ausgelistet. Trotzdem halten sie es offenbar nicht für nötig, darüber hinaus aktiv zum Schutz der Meere beizutragen. Diese Unternehmen verkaufen nach wie vor Produkte, die von bedrohten Arten stammen. Sie sollten sich besser ein Beispiel an den kleineren Supermarktketten nehmen", kritisiert Thüllen.
So nahm etwa der Waldviertler Nah&Frisch-Zulieferer Kastner neben Hai auch tropische Shrimps aus den Regalen. Das westösterreichische Unternehmen Wedl listet neben Hai auch Rochen-Produkte aus. Und die Tiroler Kette MPreis wird den Tiefseefisch Hoki, der Nah&Frisch-Zulieferer Kiennast Hai und Schwertfisch aus seinem Angebot nehmen. Das Vorarlberger Unternehmen Sutterlüty trennte sich von Hoki und Neuseeländischem St. Petersfisch.
"Die Situation ist ernst, es muss unverzüglich gehandelt werden. Die UN-Welternährungsorganisation (WHO) bezeichnet 76 Prozent der wirtschaftlich wichtigen Fischbestände bereits als komplett ausgebeutet, überfischt oder erschöpft. Die Bestände großer Raubfischarten wie Dorsch, Tun- und Schwertfisch sind sogar bereits um bis zu 90 Prozent zurückgegangen.", schließt Thüllen.
Mehr Infos:
- Fisch-Einkaufsratgeber: Welche Fischarten bedroht sind und welche gekauft werden können
Quelle: Greenpeace |