Die Umweltorganisationen Greenpeace und Global 2000 protestieren derzeit vor dem Bundeskanzleramt in Wien unter dem Motto "Nein zu Euratom. Keine Steuergelder für AKWs" gegen eine drohende Aufstockung der Euratom-Gelder.
"Noch Ende Mai haben Österreich und einigen andere Staaten eine derartige Aufstockung verhindert, nun soll aber offenbar rasch eine Entscheidung forciert werden", kritisiert Greenpeace-Energieexperte Jurrien Westerhof. Silva Herrmann, Energiereferentin von Global 2000, zeigt sich entrüstet: "Mit Klimaschutz hat dies gar nichts zu tun. Wenn die Bundesregierung es wirklich ernst meint mit der Parole Kein Geld für neue Atomreaktoren, dann muss Forschungsministerin Gehrer die Euratom-Aufstockung unbedingt verhindern".
Zuletzt hatte Großbritannien angekündigt, neue Atomkraftwerke bauen zu wollen. Nun droht im Rahmen der finnischen EU-Präsidentschaft eine Aufstockung der Euratom-Kredite, welche heute beim Sonder-Wettbewerbsrat beschlossen werden soll.
Westerhof: "Besonders gefährlich ist, dass die Atomtechnologie unter dem Deckmantel des Klimaschutzes ausgebaut werden soll." Unter den Tisch werde dabei fallen gelassen, dass Atomenergie weltweit nicht einmal 3 Prozent der Gesamtenergieproduktion ausmacht. Selbst eine Verzehnfachung der derzeit 440 AKWs würde den Klimawandel nicht beenden können.
Dazu sei es notwendig, die CO2-Emissionen um 60-80 Prozent zu reduzieren. "Es ist naiv, davon auszugehen, dass die Atomenergie hier einen signifikanten Beitrag liefern kann. Die Aufstockung der Euratom-Kredite wäre ein weiterer Kniefall vor der Atomindustrie auf Kosten der SteuerzahlerInnen", schließt Herrmann.
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Quelle: Greenpeace, Global 2000 |