Seit der Veröffentlichung des Berichtes "Ausverkauf der Meere Bedrohter Fisch in Österreichs Supermärkten" zeigen nahezu alle österreichische Handelsunternehmen am Thema interessiert. Bei der Veröffentlichung dieses Artikels am 19. Juni waren die beiden Nah&Frisch Großhändler Kastner und Wedl die einzigen, die bislang noch nicht auf den Fragebogen von Greenpeace reagiert hatten. Am 21. Juni meldete sich schließlich auch der Nah&Frisch Großhändler Kastner bei Greenpeace. Nah&Frisch Wedl sieht als einziger österreichischer Supermarkt keinen Bedarf über nachhaltigen Fischeinkauf nachzudenken.
Greenpeace kam zu dem Ergebnis, dass zahlreiche bedrohte Fischarten in Österreichs Supermartregalen zu finden sind, darunter auch solche die laut Roter Liste bereits "vom Aussterben bedroht" sind. In den letzten Wochen gab es Gespräche von Greenpeace mit mehreren Supermarktketten. Spar, MPreis und Sutterlüty bekundeten großes Interesse und überprüfen nun ihre Schritte hin zu einer nachhaltigen Fischeinkaufspolitik. Auch Hofer, ADEG, Kiennast und Pfeiffer, die ursprünglich weder auf den Fragebogen geantwortet, noch auf die Zusendung der ersten Version des Reports reagiert hatten, zeigten sich inzwischen gesprächsbereit. Mit Hofer, ADEG, Pfeiffer und Metro wurden auch konkrete Termine vereinbart.
Greenpeace Meeres-Expertin Nina Thüllen: "Es ist sehr erfreulich zu sehen, dass wir mit unserem Bericht Bewegung in Österreichs Fischeinkauf bringen. Nun wird es entscheidend sein, dass sich die Unternehmen auch zu konkreten Schritte durchringen. Als allererstes sollten die Arten ausgelistet werden, die auf der Roten Liste stehen. Auf dieser sind z.B. zahlreiche Haiarten und auch der Schwertfisch. Jedoch auch alltägliche Arten, wie bestimmte Tunfische, sind bereits dort zu finden.
Greenpeace hatten den Bericht "Ausverkauf der Meere - Bedrohter Fisch in Österreichs Supermärkten" am 30. Juni veröffentlicht. Darin werden Österreichs Super- und Großmärkte in einer Rangliste nach der ökologischen Verträglichkeit ihrer Fischeinkaufspolitik gereiht. In der Liste nimmt ADEG den letzten Platz ein, dicht gefolgt vom Handelshaus Wedl und der Pfeiffer Handels GmbH. Angeführt wird die Tabelle von Lidl. Lidl hatte sich aufgrund eines Gespräches vor Veröffentlichung des Berichtes dazu entschlossen zwei Arten auszulisten. Rewe stellte in Folge der Veröffentlichung in Aussicht, Schwertfisch aus dem Sortiment zu nehmen.
Greenpeace hat Marktaktivisten und marktcheck.at UserInnen ersucht Anfragen an Supermärkte mit der Bitte um Stellungnahme zu senden, die bislang nicht auf den Greenpeace Fragebogen reagiert haben. Nach Hofer meldete sich ADEG. Auch die Nah&Frisch Großhändler Pfeiffer und Kiennast und am 21. Juni auch Kastner traten mit Greenpeace in Gespräche.
Mehr:
- Fisch im Supermarkt (Online Version der Zusammenfassung des Fischreports)
- Was du tun kannst
- Fisch-Einkaufsratgeber: Welchen Fisch konsumieren?
- Fisch im marktcheck.at-Bereich Ernährung
- Thema Meere auf greenpeace.at (Kampagne SOS Weltmeer)
Quelle: Greenpeace |