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EU-Milliarden für Kernfusionsforschung

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3.06.2006
EU Kommission versenkt Milliarden in ungewisse Kernfusionsforschung


Anlässlich der letzte Woche in Brüssel stattgefundenden Vertragsunterzeichnung für den Kernfusions-Forschungsreaktor ITER kritisieren GLOBAL 2000 und Friends of the Earth Europe die Verschwendung von 3,6 Milliarden Euro durch die Europäische Kommission.

 

Diese horrende Summe soll für die Kernfusion bereit gestellt werden, obwohl immer noch völlig unklar ist, ob die Kernfusion jemals technisch beherrschbar sein wird. "Selbst die eifrigsten Fürsprecher der Kernfusion wie der französische Präsident Chirac geben zu, dass es noch mindestens 50 Jahre dauern wird, bis ein Kernfusionsreaktor tatsächlich Energie liefern wird. Damit kommt die Kernfusion zu spät, um uns vor dem Klimawandel zu schützen. Dagegen stehen schon heute erneuerbare Energien und Technologien zur effizienten Energienutzung zur Verfügung. Hier muss jetzt verstärkt investiert werden, um ihre breite Markteinführung zu beschleunigen”, so Silva Hermann, Anti-Atom-Sprecherin von GLOBAL 2000. Auch Kernfusionsreaktoren produzieren radioaktiven Müll und das Risiko der Freisetzung von Radioaktivität besteht.

 

Mit der Zustimmung der österreichischen Bundesregierung und der zuständigen Ministerin Gehrer zum Kernfusionsforschungsprojekt ITER wird Österreichs Anti-Atom-Politik unterlaufen. Nicht nur der Bau, auch der Betrieb von ITER und alle Folgeforschung und Erprobung muss durch Steuergelder finanziert werden. Mindestens für die nächsten 20-30 Jahre müssen österreichische SteuerzahlerInnen über das EURATOM-Forschungsrahmenprogramm für den Irrweg Kernfusion zahlen.

 

Obwohl an dem Projekt sieben Partner beteiligt sind, wird die EU mehr als ein Drittel der bisher avisierten Konstruktions- und Betriebskosten tragen. Dazu soll, so der Kommissionsvorschlag, das Euratom-Forschungsprogramm massiv aufgestockt werden. Insgesamt zwei Drittel des Budgets für Energieforschung soll in den nächsten sieben Jahren in die Atomforschung fließen. Der endgültige Beschluss über dieses Budget ist aber noch nicht gefallen. Mit der Unterzeichnung des Vertrages wurden somit Fakten geschaffen, die zur Realisierung des Kernfusionsforschung-Projekts zwingen sollen. "Die demokratischen Entscheidungsprozesse des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rats werden somit ausgehebelt. Wir fordern beide Institutionen auf, das Euratom-Budget zurückzweisen und vom Fusionsprojekt zurückzutreten”, so Herrmann.

 

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Kernfusionsreaktor.pdf   168 K

Quelle: Global 2000

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