Unter dem Motto "Fair Play - Fair Trade" veranstalteten die Clean Clothes Kampagne (CCK) und Jugend Eine Welt einen Aktionstag auf der Mariahilfer Straße.
Die Fußball - WM 2006 rückt jeden Tag näher, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Am Freitag, den 19.05.06 wurden in Österreich und Deutschland Aktionen veranstaltet, die auf die problematischen Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion aufmerksam machten.
Im Abseits der glamourösen Welt der Fußballstars stellen weltweit Millionen Frauen, Männer und Kinder die passenden Trikots, Schuhe und Bälle her. In El Salvador beispielsweise nähen ArbeiterInnen für 80 Cent in der Stunde - ein Lohn, der nicht einmal die Hälfte der Summe deckt, die nötig wäre, um die Grundbedürfnisse einer Familie zu decken. Wer den Mut aufbringt, mehr zu fordern, riskiert seinen Arbeitsplatz. Die Organisierung in Gewerkschaften wird meistens schon im Keim erstickt. Auf der anderen Seite stehen die Gewinner der WM schon vorab fest: erst kürzlich wurden die Managergehälter von adidas um 89 Prozent erhöht.
Um genau diese unfairen Verhältnisse zwischen den Industrie- und Produktionsländern symbolisch darzustellen, nahmen 14 SchülerInnen einer 2. Klasse des Real- Gymnasiums Rahlgasse auf Einladung der CCK und Jugend Eine Welt im Rahmen des Aktionstages an einem "unfairen" Tischfußballturnier teil: das Team "Industrieländer" spielte gegen das Team "Produktionsländer", welches mit diversen Handicaps spielen musste. Weiters konnten die SchülerInnen und PassantInnen die schlechten Arbeitsbedingungen in der Fußballherstellung hautnah nachfühlen. Im Rahmen eines Workshops hatten sie die Möglichkeit in einer "Straßenfabrik" Fußbälle zu nähen, um so einen Einblick ins Alltagsleben der 7.000 in der Fußballproduktion arbeitenden Kinder in Pakistan zu bekommen.
"Das Fußballnähen war lustig, aber gar nicht einfach. Immer würde ich das nicht machen wollen.", meinte ein Schüler. "Uns war bei dieser Aktion wichtig, dass die Kinder eine Idee davon bekommen, wie unfair die Arbeitsbedingungen sind. Denn Fair Play in der Sportartikelindustrie muss gerade in Anbetracht der Fußball- WM 06 ein Thema bleiben.", so Stefan Kerl, Koordinator der Clean Clothes Kampagne in Österreich.
Clean Clothes - Kampagne für faire Arbeitsbedingungen weltweit - setzt sich für die Interessen der ArbeitnehmerInnen in der Bekleidungs- und Sportartikelindustrie ein und vertritt die Forderungen kritischer KonsumentInnen nach Einhaltung von sozialen Mindeststandards bei der Herstellung von Bekleidung und Sportartikeln. Sie wird in Österreich von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen und von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert.
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Quelle: Clean Clothes |