GLOBAL 2000 kritisiert scharf die Äußerungen von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer zur Aufstockung der EU-Fördergelder für die Atomforschung. "Die Finanzierung der Atom-Forschung mittels österreichischer Steuergelder muss gestoppt werden. Österreich muss ein Veto gegen die EURATOM-Pläne der EU einlegen", fordert Silva Herrmann, Anti-Atomsprecherin von GLOBAL 2000.
Die österreichischen Bürgerinnen und Bürger haben sich per Volksentscheid ganz klar gegen die Atomenergie ausgesprochen, das schließt auch die finanzielle Förderung von neuen Atomkraftwerken ein. "Bundeskanzler Schüssel verrät den österreichischen Anti-Atomkurs, wenn er die absurden Äußerungen von Bundesministerin Gehrer unwidersprochen lässt", so Herrmann weiter. "Nachdem die EU-Kommission zugegeben hat, dass die EU-Forschungsgelder auch für den Neubau von AKW eingesetzt werden sollen, stünde eine Zustimmung Österreichs zu diesem Forschungsprogramm diametral zur österreichischen Verfassung, die sich gegen die Nutzung von Atomenergie ausspricht. Es darf kein Cent mehr für den Ausbau der risikoreichen Atomenergie ausgegeben werden, auch nicht für die Kernfusion."
Zu behaupten, die Kernfusion sei unumstritten, ist nicht richtig. Die Kernfusion ist eine risikoreiche, hochkomplexe Großtechnologie, die höchst störanfällig ist. Bei einer möglichen Freisetzung des radioaktiven Tritiums aus der Anlage, z.B. durch einen Unfall oder durch Terroranschläge, wäre eine großflächige radioaktive Verseuchung die Folge.
Der Reaktormantel wird im Betrieb spröde und radioaktiv und muss regelmäßig ausgewechselt und als radioaktiver Müll gelagert werden. "Die Kosten für die Entwicklung eines Kernfusionsreaktors sind enorm, und der Erfolg aus heutiger Sicht völlig ungewiss", so Herrmann. Bereits seit Jahrzehnten wird an dieser angeblich so unerschöpflichen und sauberen Energiegewinnung gearbeitet. Doch von einer kommerziellen Nutzung ist die Kernfusion immer noch weit entfernt. Selbst Befürworter der Technologie gehen davon aus, dass eine großtechnische Anwendung noch mehrere Jahrzehnte auf sich warten lassen wird. "Österreichisches Steuergeld dafür einzusetzen, ist völlig unverantwortlich und steht für eine rückwärtsgewandte Forschungspolitik", so Herrmann abschließend.
Wesentlich sinnvoller wäre die Investition in den Ausbau erneuerbarer Energieträger, die die EuropäerInnen sowohl vom Import fossiler Brennstoffe als auch von Uran unabhängig machen würde.
Mehr Infos:
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Quelle: Global 2000 |