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37.300 Hasen Opfer des Straßenverkehrs

16.04.2006
Straßenverkehr belastet bedrohte Feldhasenpopulation

Harte Zeiten für den Osterhasen: Der Straßen­verkehr wird für Tiere immer gefährlicher, warnt der VCÖ. Im Vorjahr kamen 37.300 Hasen unter die Räder, um 5.000 mehr als im Jahr davor! Der VCÖ weist darauf hin, dass der Feldhase in Österreich bereits auf der "roten Liste" steht, also akut vom Aussterben bedroht ist. Die Dunkelziffer der Hasen, die im Straßenverkehr ihr Leben lassen liegt wahrscheinlich noch höher. Am gefährlichsten sind für Hasen die Straßen in Niederösterreich. Der VCÖ fordert einen Straßenbaustopp in Natur­gebieten.

 

Rund um Ostern sind Hasen viel unterwegs. "Nach der langen Winterzeit finden die Hasen endlich Nahrung und sind entsprechend aktiv. So beliebt Hasen bei Kindern sind, so sehr sind Autos und Laster ihr Feind. Täglich kommen derzeit in Österreich rund 200 Hasen unter die Räder. Die Zunahme des Straßen­verkehrs hinterlässt im Tierreich eine Blutspur", stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest.

 

Die offizielle Jagdstatistik zeigt, dass im Vorjahr 37.373 Hasen durch den Straßenverkehr ums Leben kamen, um 5.000 mehr als im Jahr zuvor. Der VCÖ weist darauf hin, dass es in Niederösterreich die meisten Opfer gab: 16.702 Hasen kamen hier unter die Räder. Auch Oberösterreichs Straßen sind für Hasen gefährlich: 9.996 Mal wurde im Vorjahr ein Hase von einem Pkw oder Lkw tödlich getroffen.

 

Der VCÖ weist darauf hin, dass das größer werdende Straßennetz den Lebensraum der Tiere immer mehr einengt. Das offizielle Straßennetz Österreichs (ohne Forststraßen und Güterwege) weist eine Länge von rund 110.000 Kilometer auf. Untersuchungen des VCÖ ergaben, dass sich im 20 km2 großen Aktionsraum eines Feldhasen im Durchschnitt 60 km Straßen befinden. "Beim Straßenbau wird auf die Lebens­räume von Tieren zu wenig Rücksicht genommen", kritisiert VCÖ-Sprecher Gratzer. Der VCÖ fordert, dass einen Straßenbaustopp in schützenswerten Naturgebieten.

 

Denn auch für andere Tiere ist der Straßen­verkehr eine tödliche Gefahr. 39.500 Rehe und 14.600 Fasane wurden im Vorjahr Opfer des Straßen­verkehrs. "Während Hasen vor allem im Frühjahr unterwegs sind, ist mit Rehen in der Abend- und Morgendämmerung zu jeder Jahreszeit zu rechnen", macht VCÖ-Sprecher Gratzer aufmerksam. Der VCÖ fordert zudem mehr Grünbrücken. Grünbrücken ermöglichen es dem Wild, Straßen sicher zu überqueren.

 

Quelle: VCÖ

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