Ab Samstag, den 15. April, werden AutofahrerInnen, die bei guter Sicht am Tag kein Licht eingeschaltet haben, mit 15 Euro bestraft. Der VCÖ kritisiert, dass die Lichtpflicht im Ortsgebiet für FußgängerInnen, RadfahrerInnen sowie Moped- und MotorradfahrerInnen das Unfallrisiko erhöht. Durch die Lichtpflicht werden jene, die schlechter beleuchtet sind schlechter gesehen. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Dänemark die Zahl der FußgängerInnenunfälle um 5 Prozent gestiegen ist. Der VCÖ tritt für eine Kompromisslösung ein: Licht am Tag dort, wo Chancengleichheit besteht, also auf Autobahnen und Schnellstraßen und keine Lichtpflicht im Ortsgebiet und auf Freilandstraßen.
"Die erhöhte Verkehrssicherheit durch generelles Licht am Tag ist nicht erwiesen. Licht am Tag bringt ein höheres Unfallrisiko für FußgängerInnen, RadfahrerInnen sowie Moped- und MotorradfahrerInnen. AutofahrerInnen müssen tiefer in die Tasche greifen, weil der Spritverbrauch steigt. Und mit dem steigenden Spritverbrauch nimmt auch die Umweltbelastung zu", stellt VCÖ-Experte DI Wolfgang Rauh zu Licht am Tag fest. Ab morgen Karsamstag müssen Pkw-LenkerInnen, die bei guter Sicht ohne Licht unterwegs sind, mit einer Strafe von 15 Euro rechnen.
In Dänemark wurde Licht am Tag im Jahr 1990 eingeführt. In einer Studie wurden die Auswirkungen dieser Maßnahme im zweiten und dritten Jahr nach der Einführung untersucht. Es wurde eine fünfprozentige Zunahme der Unfälle mit Gehenden festgestellt. "Auch Studien, die in Österreich im Auftrag des Verkehrssicherheitsfonds des Verkehrsministeriums durch geführt wurden, zeigen, dass es keine Erhöhung der Verkehrssicherheit gibt", betont VCÖ-Experte Rauh.
Der VCÖ weist darauf hin, dass die Zahl der FußgängerInnenunfälle auf Schutzwegen seit dem Jahr 2003 um 13 Prozent von 1.034 auf 1.169 gestiegen ist. "Die Zunahme der FußgängerInnenunfälle auf Schutzwegen geht Hand in Hand mit der Zunahme der Anzahl der Pkw, die im Ortsgebiet untertags mit Licht unterwegs sind", stellt VCÖ-Experte Rauh fest. Medizinische Studien belegen, dass es durch die Vielzahl von Lichtquellen beim Verkehrsteilnehmer zu einer Reizüberflutung kommt. "Die Aufmerksamkeit wird zum Beleuchteten gelenkt. Eine Autofahrer siehtIn ein auf der anderen Fahrbahn entgegenkommendes Fahrzeug zuerst, und nimmt erst dann die unbeleuchtete FußgängerIn wahr, die gerade die Fahrbahn überquert. Dieses verspätete Wahrnehmen der eigentlichen Gefahrensituation kann zu schweren Unfällen führen", verdeutlicht VCÖ-Experte Rauh.
Aussagen zu möglichen positiven Sicherheitswirkungen von Licht am Tag werden zumeist mit den Ergebnissen einer Studie aus den Niederlanden begründet. "Zahlreiche Studien widersprechen dieser Studie. Von der positiven Sicherheitswirkung auf Autobahnen, wo Chancengleichheit besteht, darf nicht auf die Sicherheitswirkung im Ortsgebiet geschlossen werden", betont VCÖ-Experte Rauh.
Der VCÖ weist auf einen weiteren Nachteil einer generellen Einführung von Licht am Tag hin."Der Spritverbrauch steigt um etwa ein Prozent. Im Durchschnitt muss eine AutofahrerIn mit zusätzlich 15 Liter Spritverbrauch pro Jahr rechnen. Und das für eine Maßnahme, die im Ortsgebiet und auf Freilandstraßen nicht mehr, sondern in Summe weniger Verkehrssicherheit bringt", so VCÖ-Experte Rauh.
Quelle: VCÖ |