Aber dieser Fortschritt wird durch die negativen Auswirkungen des gestiegenen Papierverbrauchs wieder zunichte gemacht. Der Papierverbrauch ist auch in den letzten Jahren erneut gestiegen, zwischen 225 und 250 kg Papier verbrauchen die ÖstereicherInnen jedes Jahr. Im Vergleich zu den USA, wo der pro Kopf Verbrauch 335 kg beträgt, stehen wir zwar besser da, doch ein Blick auf den durchschnittlichen Verbrauch in Afrika mit 6 kg pro Kopf verdeutlicht, dass wir zu den "WeltmeisterInnen" im Papierverbrauchen zählen.
Dieser immense Papierverbrauch ist mitverantwortlich für die Vernichtung der letzten Urwälder, nicht nur in tropischen Ländern, sondern auch in Russland oder Skandinavien. Recycling alleine reicht nicht, wir müssen unseren Papierverbrauch reduzieren.
Ein wichtiger Teil des Papierverbrauchs sind Hygieneartikel wie Toilettenpapier, Servietten, oder Taschen- und Wischtücher. Allein in Europa werden jährlich 22 Milliarden Rollen Toilettenpapier verbraucht. Damit könnte die Erde 12.000-mal umwickelt werden. In Österreich werden pro Kopf im Jahr an die 10 kg Klopapier gekauft. Für dieses Wegwerfprodukt wird meist hochwertige Holzfaser verwendet, die zu einem hohen Anteil aus illegalem Holzeinschlag stammen. Gängige Marken gehören großen Konzernen an, die 70 % des globalen Marktes beherrschen und dafür Millionen Bäume fällen lassen.
In jedem Haushalt gibt es Möglichkeiten Papier zu sparen und somit den Wäldern zu helfen:
- Pro Jahr können ca. 3.000 Papiertaschentücher durch 10 waschbare Stofftaschentücher ersetzt werden. Wenn man nicht gerade hochgradig erkältet ist, reichen sie vollkommen aus. Für jene, die nicht auf Papiertaschentücher verzichten wollten, sollten welche aus Recyclingpapier zurückgreifen.
- Kaffee-Filter können durch Dauerfilter aus Metall (sog. Goldfilter) oder Baumwolle ersetzt werden. (Baumwollfilter sind im Teehaus, bzw. Bioladen erhältlich). Eine andere Alternative sind sog. Bistro-Kaffeekannen, die einen eingebauten Kolbenfilter besitzen.
- Dauerfilter aus Baumwolle bzw. metallene Tee-Eier sind selbstverständlich auch für losen Tee als Alternative für Teebeutel erhältlich.
- Küchenrollen können durch waschbare Küchentücher ersetzt werden bzw. gibt es diese auch aus Recyclingpapier.
- Für WC-Papier sollte kein Baum gefällt werden. Es gibt es mittlerweile verschiedene Produkte aus 100% Altpapier.
- Der Sinn einer Geschenkverpackung besteht in erster Linie in der Überraschung. Verpacke deine Geschenke doch in bunt angemaltem Zeitungspapier.
- Vermeide Getränkekartons, die immerhin zum größten Teil aus Papier bestehen. Abgesehen von dem unnötigen Papierverbrauch sind diese Kartons aus Verbundmaterial auch nur sehr schwer zu recyceln. Kaufe Getränke in Mehrwegflaschen oder noch besser: Benutze einen Soda-Sprudler.
- Verwende statt Wegwerfwindeln waschbare Stoffwindeln. Oder du lässt diese vom Windel-Service waschen und liefern. 50 Stoff-windeln ersetzen die ca. 4.600 Wegwerfwindeln, die für ein Kleinkind gebraucht werden.
- Vermeide Imbiss-Läden, die das Essen auch für den Ladenverzehr grundsätzlich in Wegwerfverpackungen aus Papier servieren (hier sind insbesondere die großen Fast food-Ketten zu nennen).
- Gegen die Flut im Briefkasten etwas unternehmen. Unerwünschte Werbezusendungen können abbestellt werden.
- Einseitig benutztes DinA4-Papier ohne Knicke, kann z.B. für PC-Drucker benutzt werden. Etwas abgeknicktes Papier kann als "Schmierpapier" für Entwürfe Verwendung finden.
- Kopiere und drucke immer beidseitig.
- Wenn du etwas drucken lässt, dann wähle ein dünneres, leichteres Papier, z.B. statt 80 g/qm nur 65 g/qm.
- Auf 5 kg Zeitung im Monat kommen 2 kg zusätzliche Werbebeilagen. Versuche bei deiner Tageszeitung ein Abonnement ohne Werbebeilagen zu bekommen.
- "Teile" dir mit jemandem (Nachbarn, Freunde) ein Abo einer Zeitung, bzw. Zeitschrift.
- Von manchen Zeitungen gibt es mittlerweile nicht nur eine Website, sondern auch die 1:1 gedruckte Version online (z. B. Der Standard digital) bzw. eine Version, die Du mit einem mobilen Endgerät (Organizer-Handy, PDA, etc.) nutzen kannst.
- Nutze papierlose Medien, wie z.B. E-Mail.
Quelle: Greenpeace, "die umweltberatung" |