Seit Jahren fordert Greenpeace, dass Kinderspielzeug keine giftigen Stoffe enthalten darf. Nach Erfolgen bei Farben und Lacken gibt es jetzt auch Neuigkeiten für Kunststoff-Spielwaren:
Giftige Phthalate, die als Weichmacher eingesetzt werden, sind in Zukunft verboten.
Das EU-Parlament hat am Dienstag beschlossen, dass ab September 2006 giftige Phthalate (Weichmacher) in Kinderspielzeug verboten sind. Das Verbot wird auch für importiertes Spielzeug gelten. Die Substanzen wurden in der Richtlinie in zwei Kategorien aufgeteilt: Die drei als krebserzeugend, erbgutschädigend und fortpflanzungsgefährdend eingestuften Stoffe DEHP, DBP und BBP dürfen in der EU in Spielsachen und Babyprodukten nicht mehr verwendet werden. Für die Substanzen DINP, DIDP und DNOP, die im Verdacht stehen, Leber und Nieren zu schädigen, wurde eine weniger strenge Regel geschaffen: Sie dürfen nicht in Spielzeuge gelangen, die Kinder in den Mund nehmen können. Die Vertreter der Spielzeug-Industrie haben das Verbot abgelehnt, da ihrer Meinung nach diese chemischen Stoffe sicher sind.
Phthalate werden dazu eingesetzt, PVC elastisch zu machen. Auf Grund der fehlenden chemischen Bindung können die Weichmacher aber relativ leicht aus dem Kunststoff herausgelöst werden, vor allem, wenn Kinder ihr Spielzeug in den Mund nehmen. Phthalate werden auch in der Umwelt nachgewiesen, von Regenwasser über Hausstaub bis zum Körpergewebe: Überall finden sich diese Weichmacher.
Zahlreiche Untersuchungen haben ergeben, dass Weichmacher das Risiko von Asthma und Krebs erhöhen. Erst im Mai 2005 ergab eine Studie der University of Rochester, dass Phthalate zu genitalen Abnormalitäten bei Buben führen. In anderen Studien wurde bewiesen, dass die chemischen Stoffe zu veränderten Hormonwerten führen können. Die Diskussionen um die Weichmacher gibt es schon lange. 1999 wurde ein temporäres Verbot für die so genannten Phthalate in Babyschnullern und Beißringen erlassen. Greenpeace fordert von den Spielzeugherstellern einen sofortigen Verzicht auf diese giftigen Stoffe. Dass Kinder ein weiteres Jahr den gesundheitsgefährlichen Weichmachern ausgesetzt sein können, ist völlig inakzeptabel.
Greenpeace zeigt seit Jahren die Probleme mit Phthalaten und PVC auf. Der Stoffkreislauf von PVC verursacht eine Vielzahl von Umwelt- und Gesundheitsbelastungen. Diese beginnen mit der Produktion des hochgiftigen Chlorgases, die mit hohem Energieeinsatz verbunden ist. Die PVC-Vorprodukte Ethylendichlorid (EDC) und Vinylchlorid (VC) sind stark gesundheitsschädliche Chemikalien. Vinylchlorid (VC) ist erwiesenermaßen krebserregend für den Menschen.
Das Recycling von PVC-Produkten ist nur sehr schwer bis gar nicht möglich. Bei der Verbrennung entstehen unvermeidbar hochgiftige und krebserregende Dioxine. Dies gilt auch für die Müllverbrennung. Jährlich werden etwa 20 Mio. Tonnen PVC produziert.
Die Greenpeace Kampagne zur Chemikalienpolitik wurde bereits vor sieben Jahren gestartet. Damals sahen sich die EU-Mitgliedsstaaten veranlasst das Chemikalien-Problem gleich im großem Rahmen anzugehen. Deshalb verhandeln sie zur Zeit die neue EU-Chemikalienpolitik - genannt REACH. Es ist entscheidend, dass Österreich sich für eine starke neue Chemikalienpolitik einsetzt. Dafür, dass giftige Stoffe endlich verboten werden und bedenkliche durch unbedenkliche Stoffe ersetzt werden wo solche vorhanden sind.
In den nächsten Monaten kommt die Verhandlung zur Chemikalienpolitik in ihre entscheidende Phase. Greenpeace wird Österreich daran zu erinnern, das der damalige Wirtschaftsminister Bartenstein REACH unter Eindruck der Babyspielzeugproblematik selbst mit auf den Weg gebracht hatte!
Produkte, die in der EU bereits verboten sind müssen auch in Österreich vom Markt verschwinden! Die Gesundheitsministerin muss endlich Verantwortung für unsere Gesundheit übernehmen. Sende ein Protestmail an Ministerin Rauch-Kallat, dass die von uns getesteten giftigen Kinderparfums endlich vom Markt genommen werden!
Mehr Informationen zum Umweltgift PVC auf der greenpeace.at Website
Quelle: Greenpeace |