Wie so oft, gilt auch hier: Was gut für die Umwelt ist, muss kein Komfortverlust sein. Ganz im Gegenteil, mit der Bahn auf Urlaub zu fahren hat etliche Vorzüge.
Schlafend zum Ziel
Am komfortabelsten sind Nachtreisen mit Schlaf- oder Liegewagen, am besten in direkten Kurswagen, die Mühe und Stress beim Umsteigen ersparen. So sind auch längere Fahrten gut in Kauf zu nehmen. Schließlich verbraucht die Anreise per Charterflug mit allen Transfers oft auch schon einen ganzen Urlaubstag, also darf es mit der Bahn auch eine Nacht und ein halber oder ganzer Tag, für geduldigere Leute sogar zwei Nächte und der Tag dazwischen sein. Bei landschaftlich reizvollen Strecken oder in Kombination mit einer Schiffsfahrt kann so die Anreise schon zu einem Teil des Urlaubs werden.
Mit welchem Zug wohin?
Gerade bequeme Kurswagen- oder Nachtzugverbindungen sind aber nicht immer gleich aufs Erste in der Online-Fahrplan-Auskunft zu finden: Manche Kurswägen oder Urlauberzüge verkehren nur einmal pro Woche, und immer wieder werden langsamere Nachtverbindungen nicht angezeigt, weil eine Verbindung mit Umsteigen mitten in der Nacht schneller wäre. In solchen Fällen hilft es, die Option "Direktverbindungen" zu aktivieren, oder sich die Fahrtroute etappenweise mit der Abfahrts/Ankunfts-Auskunft oder dem guten alten Kursbuch (besonders empfehlenswert sind Thomas Cooks European Timetables) zusammenzustellen. Der VCÖ hat für dich Linktipps zu den unterschiedlichen Bahngesellschaften im In- und Ausland zusammengestellt.
Durchblick im Verbindungs-Dschungel
Das Fahrkartenbuchungssystem an den ÖBB-Schaltern deckt prinzipiell ganz West- und Mitteleuropa, aber auch den Großteil Osteuropas ab, beim Auffinden der Züge im System sind die MitarbeiterInnen aber vielfach erfolglos und meinen oft auch von vornherein, diese Verbindung sicher nicht buchen zu können. Dagegen hilft es, sich die Daten aus Kursbuch oder Fahrplanauskunft zu notieren und der Person am Schalter beispielsweise zu diktieren: "Einen Liegeplatz im Zug Nr. 37101 der PKP, Abfahrt 13:25 am 29.6. von Krakow nach Odessa".
So kommst du zu günstigeren Tickets
Während rechtzeitig von zu Hause aus reservierte Platz- oder Liegekarten viel Stress sparen können, ist bei den Fahrkarten daran zu denken, dass die Staatsbahnen abgesehen von Sonderangeboten grenzüberschreitende Reisen gegenüber Inlandsreisen preislich diskriminieren, das gilt auch für die ÖBB und insbesondere im Verkehr nach Süd- und Osteuropa. Leider ist es vielfach praktisch nicht möglich, nur bis zu Grenze zu kaufen, weil die Grenzhalte kurz sind und im Zug Ausgabezuschläge verlangt werden. Jedenfalls aber kannst du mit Vorteilscard am Automaten die Strecke bis zur Grenze und mit voreingestelltem Datum auch schon die Rückfahrt kaufen. So erhältst du die vollen 50 Prozent Rabatt und musst für den ausländischen Anteil nur für die Hinfahrt den überhöhten Preis zahlen, retour kaufst du am Abfahrtsort eine Inlandsfahrkarte bis zur Grenze.
Mit der Bahn und trotzdem mobil
Nachdem das Urlaubsziel selten direkt der Bahnsteig des Zielbahnhofs ist, stellt sich dort die Frage der Erreichung des Quartiers und der Mobilität vor Ort, so Sie nicht auf einen Autoreisezug oder eine Mietauto setzen, was sicherlich ein gewisser Kompromiss ist, aber eben doch kein Urlaub vom Auto und zudem nicht immer ganz billig. Wie es auch während des Urlaubs autofrei geht, kommt sehr auf die Art an, wie du Urlaub machen möchtest.
Mit Waldi, Fifi & Co unterwegs
Für Besitzer von Vierbeinern haben VIER PFOTEN Tipps für die Bahnreise mit dem Hund zusammengestellt.
Weitere Informationen zu Fairem Reisen
Quelle: VCÖ |