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Torffreie Erde für Balkon und Garten

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30.05.2005
WWF empfiehlt torffreie Erde zum Schutz von Glanzkraut und Co.


In allen Gärten grünt und blüht es und nach den Eisheiligen dürfen auch empfindliche Pflan­zen ins Freie. Wer nicht nur seinen Blumen, sondern auch der Natur etwas Gutes tun will, der sollte nur torffreie Pflanzerde kaufen. Der WWF erinnert daran, dass Torfabbau schwer­wiegende Umwelt­schäden und Natur­zerstörung verursacht.

 

Immer noch enthalten die meisten Blumenerden große Mengen Torf. Beim Abbau des Torfes werden Moore unwiederbringlich zerstört. Mit dem unbedachten Griff zum "erstbesten" Erdesack mit Torf, tragen Gartenfreunde oft unwissentlich zur Moorzerstörung bei. 190.000 Tonnen Torf importierte Österreich im Jahr 2002. Tausende LKW Fuhren quer durch Europa belasten unsere Umwelt, einzigartige Moorlandschaften werden zerstört, Artenvielfalt schwindet. "Diese Umweltgefährdung ist unnötig" ärgert sich Moorexperte Gerhard Egger vom WWF, "denn längst gibt es nachhaltige Alternativen aus heimischen Ressourcen, die Torf bestens ersetzen können!"

 

Das Torf-Glanzkraut, eine seltene Orchidee unserer Moore, ist in Österreich stark gefährdet. Der Grund: Moore, der Lebensraum dieser Pflanze, wurden in den vergangenen Jahrhunderten großflächig entwässert oder abgetorft. In Mitteleuropa schützen wir heute unsere letzten naturnahen Moorreste mit hohem Aufwand. Da der Bedarf am Rohstoff Torf aber ungebremst steigt, verlagerten sich die Abbaugebiete in den vergangenen Jahrzehnten in die letzten großräumigen Moorlandschaften Osteuropas. 3,6 Millionen Kubikmeter Torf hat Estland im Jahr 2003 für den Westeuropäischen Gartenbau abgebaut, ein Viertel der estischen Moorfläche ist für den Torfabbau vorbereitet. Das Torf-Glanzkraut und viele weitere Moorspezialisten sind heute auch in Estland bedroht. "Unsere Liebe zu Blumen- und Gartenpracht hat einen zu hohen Preis, wenn dafür die letzten großen europäischen Moorlandschaften mit ihrer einzig­artigen Artenvielfalt zerstört werden." spricht sich Gerhard Egger gegen die Verwendung von Torf aus. 

 

Für umweltbewusste GärtnerInnen und Blumen­freundInnen sind deshalb torffreie Erden die beste Wahl. Holzfasern, Grünschnitt- oder Rindenkompost sind im Gegensatz zu Torf nachwachsende und nachhaltige Ressourcen. Der Handel hält qualitativ hochwertige Produkte für die verschiedensten Einsatzbereiche bereit. Ein genauer Blick auf die Erdenpackungen lohnt sich, denn die Zusammen­setzung muss bei allen Produkten angeführt werden. Qualitätsprodukte glänzen mit Dünge- und Bewässe­rungsleitlinien. Ein Garant für hohe, geprüfte Qualität und nachhaltigen Ressourceneinsatz ist das Österreichische Umweltzeichen.

 

Die Blumenpracht auf der Terrasse, im Wohnzimmer oder Garten darf nicht auf Kosten einzigartiger Moor­lebensräume gehen. Der WWF ruft zu umwelt­bewusstem Handeln auf: "Jeder kann einen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt und zur Erhaltung der einzigartigen Lebewelt unserer Moore leisten", appelliert Egger an ambitionierte Garten- und Pflanzenfreunde.

 

Quelle: WWF

 

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