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Parfumreport

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Greenpeace Parfumreport: Zusammenfassung


Die Gesetzgebung in Europa hat bislang versagt die Chemi­kalien­industrie zu kontrollieren. In Folge dessen werden in alltäglichen Konsu­menten­produkten Chemikalien eingesetzt, deren Auswirkungen auf Umwelt und Mensch unbekannt sind. Die Risiken, die von diesen Chemikalien ausgehen können, waren in den meisten Fällen niemals Gegenstand einer wissenschaftlichen Bewertung. In Folge dessen werden oft Stoffe mit hohem Risiko-Potenzial eingesetzt, obwohl Alternativen vorhanden sind. Die Stoffe reichern sich in der Umwelt und im menschlichen Körper an. Die Langzeitfolgen dieser Stoffe für die Menschheit sind ungeklärt.

 

Ziel dieser Untersuchung war es herauszufinden, ob und in welcher Konzentration die wichtigsten Chemikalien aus der Gruppe der Phthalate und der synthetischen Moschus-Duftstoffe in einer Reihe von Duftmarken enthalten sind. Zu diesem Zweck beauftragte Greenpeace ein unabhängiges Labor in dem Niederlanden, 36 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Eau de Toilette- bzw. Eau de Parfum-Marken auf diese Chemikalien und ggf. ihre Konzentrationen zu untersuchen. Die Analyse­ergebnisse bestätigen, dass bestimmte synthetische Duftstoffe, insbesondere die polyzyklischen Moschus-Verbindungen Galaxolide (HHCB) und Tonalide (AHTN), und einige Phthalate, insbesondere Diethylphthalat (DEP), von der Parfümindustrie in bedeutenden Mengen verwendet werden.

 

Mit einer Ausnahme waren bei sämtlichen Proben messbare Anteile von Phthalaten enthalten. Der Anteil der gemessenen Phthalate variierte enorm zwischen den Marken. Das am häufigsten nach­gewiesene Phthalat war Diethylphthalat (DEP) es wurde in 34 der 36 getesteten Produkte gefunden. Die höchste DEP-Konzentration wurde bei Eternity for Women von Calvin Klein (22 299 mg/ kg bzw. 2,2 Gew. %) gefunden. Neuere Daten weisen darauf hin, dass die Spermien von Individuen mit hohen MEP-Konzentrationen im Blut (ein Abbauprodukt von DEP) häufiger von Veränderungen in der DNA betroffen sind.

 

In 13 Parfüms wurde das Phthalat DEHP nach­gewiesen. Der Verkauf von kosmetischen Mitteln die DEHP enthalten ist seit dem 1. April 2005 EU-weit untersagt. Die hier untersuchten Parfüms wurden vor diesem Datum gekauft. Die größte Kon­zen­tration wies mit 167 mg/ kg Poison von Christian Dior auf. Der Stoff ist von der EU als reproduktionstoxisch der eingestuft, was heißt, dass er " die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann" und " das Kind im Mutterleib schädigen kann". Das Phthalat BBP wurde in 2 Proben in höheren Konzentrationen nachgewiesen, sowie einer Reihe weiterer Produkte in Spuren. In Alqvimia, Agua Natural wurden 110 mg/ kg analysiert. Ebenso wie DEHP ist BBP als reproduktionstoxisch eingestuft, der Verkauf von kosmetischen Mitteln die BBP enthalten ist seit 1.4.2005 verboten. Das ebenfalls seit 1.4.2005 verbotene DBP wurden in ungefähr der Hälfte der untersuchten Proben nachgewiesen, wenn auch meist in niedrigen Konzentrationen. Bei den künstlichen Moschus-Duftstoffen gab es bezüglich der Kon­zen­trationen erhebliche Unterschiede zwischen den getesteten Parfümmarken. Der höchste Gesamtwert an synthetischen Moschus-Verbindungen wurde mit Abstand bei White Musk von Body Shop mit 94 069 mg/kg (9,4 Gew. %) nachgewiesen.

 

Die zu den synthetischen Moschus-Verbindungen gehörenden Nitromoschus-Verbindungen wurden nur in wenigen Parfümmarken, in meist in sehr niedrigen Konzentrationen, gefunden. Unter anderem wurden jedoch die in der EU seit 2000 verbotenen Moschus Mosken und Moschus Tibeten in mehreren Produkten nachgewiesen. Die Konzentrationen waren meist gering. In Paco Rabanne, XS Pour Homme wurden jedoch 15 mg/kg Moschus Mosken nachgewiesen. Die ebenfalls zu den synthetischen Moschusverbindungen gehörenden polyzyklischen Moschus-Verbindungen wurden hingegen in fast allen Produkten nach­gewiesen. Die höchsten Anteile unter den poly­zyklischen Moschusverbindungen machten die Galaxoide und Tonalide aus. Beide stehen im Verdacht im Zusammenhang mit Sonnenlicht Allergien auszu­lösen und eine leberschädigende Wirkung zu haben.

 

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die regelmäßige Verwendung von den untersuchten Parfüms und anderen Duftprodukten zu einer stark erhöhten Tagesbelastung mit den untersuchten Chemikalien führt. Einige davon sind bereits als Giftstoffe im Blut und in der Muttermilch nachgewiesen worden. Diese alarmierenden Ergebnisse unter­streichen, dass dringend eine Gesetzgebung nötig ist, die den Einsatz von Risiko-Chemikalien unterbindet und den Umstieg auf sichere Alternativen vorantreibt. REACH (Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien), die geplante EU-Verordnung über die Herstellung und Verwendung von Chemikalien, bietet die Möglichkeit, die Verwendung besonders besorgnis­erregender Chemikalien endgültig zu untersagen (außer wenn keine sichereren Alternative verfügbar sind und die Nutzung essentiell für die Gesellschaft ist). Die Einführung dieses "Substitutionsprinzips" ist die Kernforderung von Greenpeace im Bezug auf die neue EUChemikaliengesetzgebung. Nur wenn dieses verankert wird hat sie das Potenzial, die EUBürgerInnen adäquat vor gefährlichen Stoffen zu schützen.

 

Von den 36 im Greenpeace Parfumreport angeführten Produkten sind nur 32 in Österreich erhältlich. Sie sind in einer Übersichtsliste der marktcheck.at Produktdatenbank zu sehen.

 

Quelle: Greenpeace

 

Mehr:

Die marktcheck.at Produktdatenbank-Liste der Parfumprodukte
Download: Parfumreport Zusammenfassung

Parfum_Report_2005_Kurzfassung.pdf
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   1.3 M
Download: Parfumreport im Detail

Parfum_Report_2005.pdf
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   1.4 M
Download: Factsheet künstliche Moschus-Duftstoffe

Kuenstliche_Moschus_Duftstoffe.pdf
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   761 K
Download: Factsheet Phtalate

Phthalate.pdf
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   762 K
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