Im 28. April hat Greenpeace auf dem Wiener Rochusmarkt den Startschuss für eine EU-weite Kampagne gegen Gentechnik im Tierfutter gegeben. Die Forderung der Umweltschützer: Fleisch, Milch, Eier und andere Produkte von Tieren, die gentechnisch verändertes Tierfutter gefressen haben, müssen in Zukunft gekennzeichnet werden. EU-weites Ziel: Eine Million Unterschriften gegen Gentechnik im Tierfutter, die der Europäischen Kommission überreicht werden mindestens 50.000 Unterschriften sollen dabei aus Österreich kommen. "Jedes Jahr landen über 500.000 Tonnen Gentech-hältige Soja in den heimischen Futtertrögen", so Steffen Nichtenberger, Gentechnik-Sprecher von Greenpeace. "Wir laden die Menschen ein, gegen Gentechnik in Lebensmitteln zu unterschreiben! Wo Gentechnik drin ist, muss auch Gentechnik drauf stehen!"
Österreich importiert jährlich über eine halbe Million Tonnen Gentech-hältige Soja, vor allem aus Brasilien, Argentinien und den USA. Während brasilianische Soja weitgehend Gentechnik-frei ist, liegt der Gentechnik-Anteil bei US-Soja bei 80 Prozent, argentinische Soja ist sogar zu 99 Prozent kontaminiert.
Die Gentech-Soja "Roundup Ready" überlebt das Spritzmittel Glyphosat, während alle anderen Pflanzen absterben sollen. Der jährliche, andauernde Einsatz des Herbizids hat dazu geführt, dass sich die eingesetzte Spritzmittelmenge in Argentinien seit 1996 ver-56facht hat. In den letzten 10 Jahren wurden außerdem 2,4 Millionen Hektar Wälder und Savannen für den Sojaanbau gerodet. In den Wäldern lebende Völker werden vertrieben, die Heimat von Jaguaren, Affen, Pumas und seltenen Vögeln zerstört.
Seit 18. April 2004 müssen gentechnisch veränderte Lebensmittel gekennzeichnet sein. Lücke in der Kennzeichnung: Eier, Fleisch und Milchprodukte von Tieren, die gentechnisch verändertes Futter gefressen haben.
Ziel der Greenpeace-Kampagne sind EU-weit eine Million Unterschriften. In Deutschland haben bereits 180.000 Menschen für eine strengere Gentechnik-Kennzeichnung unterschrieben, in Frankreich wurden auf Anhieb 10.000 Unterschriften erreicht. "Wer heute ein Glas konventionelle Milch trinkt, weiß nicht, ob die Kuh vorher Gentech-Soja gefressen hat", ärgert sich Steffen Nichtenberger "Ohne es zu wissen fördert man den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen und die damit verbundene Umweltzerstörung."
"90 Prozent der Österreicher lehnen Gentechnik im Tierfutter strikt ab. Stärke auch du die Forderung einer strengeren Gentechnik-Kennzeichnung", so Nichtenberger. "Die gesammelten Unterschriften werden im Frühjahr 2006 an die EU-Kommission übergeben."
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Quelle: Greenpeace |