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Nein zu Tropenholz!

Der Regenwald braucht Hilfe!



Im tropischen Regenwald ist die nachhaltige Nutzung wesentlich schwieriger durchzuführen. Die Böden bestehen nicht aus dicken Humusschichten wie in unseren Breiten. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall: Eine dünne, nur vom Regenwald selbst genährte Nährstoffschicht lagert auf den meist unfruchtbaren, sandigen Böden.

Die Nährstoffe zirkulieren ständig in einem kurzen Kreislauf zwischen Pflanzen und Boden. Werden große Bäume entnommen, ist das in etwa so, als trügen in unseren Breiten die Holzfäller gemeinsam mit den Bäumen auch den Boden ab.

 

An der Frage, ob es überhaupt eine nachhaltige Holzwirtschaft in den Tropen geben kann, scheiden sich die Geister der Experten. Fest steht: Bis heute gibt es kein Beispiel einer im ökologischen Sinne nachhaltigen Waldbewirtschaftung in den Tropen. Bei jedem dieser Modelle erfolgt lediglich eine Umwandlung des Urwaldes in nutzbaren Sekundärwald. Diese Vorgangsweise nennen Experten "Domestizierung".

 

Subsistente Kulturen dagegen demonstrieren seit langem, dass auch Tropenwälder in einem kleinen Maßstab nachhaltig genutzt werden können. Diese Erfahrungen nutzen so genannte "community based logging operations", eine auf Gemeindeebene organisierte Forstwirtschaft. Ein Beispiel dafür sind die tragbaren Sägewerke (in Pidgin-English "Wokabout Somils") in Papua Neuguinea. Sie ermöglichen den Ureinwohnern, einzelne Bäume direkt im Wald zu Brettern zu verarbeiten. Umweltschädlicher Straßenbau erübrigt sich somit. Zudem bleibt mehr Geld im Dorf als beim bloßen Verkauf unbearbeiteter Baumstämme.

 

Für den Großteil der Holzfäller bleibt die Nachhaltigkeitsdebatte sowieso ein theoretischer Streit - mit keinerlei Auswirkungen auf die Praxis. Sie roden nach wie vor ohne jegliche Einschränkung. Die von ihnen hinterlassenen kahlen Flächen erodieren im Nu und sind für immer als Lebensraum verloren. Bei so genannten "fortschrittlichen" Methoden entnehmen die Holzfäller nur die wertvollsten Stämme (selektiver Holzeinschlag). Eigentlich sparen sie damit Kosten und verkünden stolz, nur jeden zehnten Baum zu "ernten". Doch auch sie schlagen Wunden in eine sonst geschlossene Waldbedeckung. An den ausgelichteten Stellen wird der Boden der intensiven Sonneneinstrahlung ausgesetzt und trocknet zunehmend aus. Die Artenzusammensetzung verändert sich. Darüber hinaus wird der Wald durch die ausgetrockneten Stellen auch zunehmend feueranfälliger. Heute fegen Feuerstürme über diese einst feuchten, durchwegs feuerresistenten Regionen hinweg und vernichten diesen Lebensraum endgültig.

 

Die Zerstörung hat aber noch ein anderes Gesicht: Die Erschließung der Regenwälder mittels Straßen und Infrastruktur für die Holzkonzerne macht entlegene und unberührte Gebiete auch für nachziehende Siedler und Plantagenbesitzer zugänglich. Die Landwirtschaft gibt den angegriffenen Wäldern dann den "Rest", da die Bäume Rindern und Traktoren weichen müssen. Der landwirtschaftliche Nutzen der mageren Böden ist jedoch bescheiden und vor allem nur von kurzer Dauer. Nach wenigen Jahren sind viele Areale vollkommen ausgelaugt und unfruchtbar. Die Farmer müssen sie verlassen und weiterziehen. Wo einst üppiges Leben herrschte, breiten sich in der Folge wüstenartige Steppen aus.

 

In Asien und Afrika existieren durch den Raubzug der internationalen Holzkonzerne nur mehr etwa 30% der tropischen Regenwälder. Südostasien - mit Malaysia als wirtschaftlicher Führungsmacht - ist der wichtigste Holzexporteur für Europa. Auch in Österreich findet sich Holz aus dieser Region. Für Europa spielen außerdem noch Westafrika und das Kongobecken als Holzlieferanten eine Rolle - in immer stärkerem Ausmaß auch Amazonien. Denn als Folge der Ausbeutung der südostasiatischen Urwälder verlagern die asiatischen Holzkonzerne ihre Interessen nun zunehmend in die noch weitgehend intakten Regenwälder Amazoniens. Brasilien erkannte den Ernst der Lage: 1998 wurde ein von Greenpeace 1996 erkämpftes Export-Moratorium für Mahagoni verlängert. Mittlerweile gibt es auch ein Moratorium, dass die Neuerrichtung von Sojaplantagen im Regenwald verbietet. In Brasilien erfolgt nach wie vor bis zu 80% des Holzeinschlags illegal - vorbei an internationalen Auflagen und Behörden.

Achtung auf die Herkunft!
Das große Thema beim Holz ist immer noch die Frage, woher es stammt. Denn immer noch wird für die Holzindustrie Raubbau an Wälder betrieben, entweder an letzten Beständen europäischer Urwälder (wie der boreale Regenwald in Russland), oder an den Urwäldern Afrikas (Kongobecken), Amerikas (borealer Regenwald in Kanada, Amazonas in Südamerika) und Asiens (Paradise Forest in Indonesien). Und selbst wenn es nicht Urwälder sind, aus denen die Hölzer für unsere Wohnzimmer und Böden und Gartenmöbel stammen, dann kann es doch sein, dass das Holz aus gefährdeten Gebieten stammt, oder illegal abgeholzt und eingeführt wurde.

 

Bewaldung in Europa steigt – Entwaldung im Regenwald noch viel mehr!
Jedes Jahr verschwindet Wald in der Größe Schweiz und Österreichs zusammen. Der Verlust dieser Wälder ist für das Weltklima und das Artenreichtum eine Katastrophe. Da nützt auch die steigende Bewaldung in Europa nichts, denn ein aufgeforsteter Wald ist nie so artenreich wie ein unberührter Urwald. Der größte Teil der CO2-Speicherung liegt übrigens in den Torfgebieten und im tropischen Regenwald.

 
Und dennoch landen Millionen von Kubikmetern Tropenhölzer als Parkettböden oder Möbelstücke in unseren Wohnungen. Durch die Trendwende hin zu charismatischem, exotischen Parkett und Färbungen wurde das Tropenholz nun wieder salonfähig gemacht. Ganz so, als wäre das Problem mit den abgeholzten Urwäldern keines mehr.

 

Die Macht des Einkaufskorbs!
Der Ball liegt daher wieder bei den Konsumentinnen und Konsumenten. Mache deinem Architekten und den Möbel- und Bodenhändlern klar, dass dir Tropenholz nicht in die eigenen vier Wände kommt. Es gibt genug einheimische Alternativen!

 

Quelle: Greenpeace

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